Wechselt Südkorea die Seite?

von Andrew Korybko

übersetzt von Dream-soldier

26. März 2015

Kürzliche Entscheidungen von Südkorea lassen Fragen aufkommen, ob seine Führung im Umgang mit Peking pragmatischer wird auf Kosten von Washington.

Sanfte Gewalt: Peking bietet Seoul an, der AIIB beizutreten und sich der Stationierung von THAAD zu widersetzen. Südkorea ist ein langjähriger Verbündeter der USA, aber seine Unterstützung ist nicht mehr so blind, wie es einmal war. Wachsende ökonomische Verbindungen mit China durch das bevorstehende Freihandelsabkommen machen die Außenpolitik des Landes ausgewogener, wie auch seine strategische Zwiespältigkeit zum Raketenabwehrsystem THAAD der USA. Während Südkorea möglicherweise nicht vollständig die Seite wechseln will, sieht es so aus, als ob es ein Kurs von Neutralität und Pragmatismus ist, was an und für sich ein relativer Verlust für die USA bedeutet in ihrem Schwenk auf asiatische Politik.

Wer will was?

Lassen Sie uns einen flüchtigen Blick werfen auf das, was die drei Haupt-Spieler in diesem Spiel erreichen wollen, denn dies kann dazu beitragen, ein klareres Bild darüber zu erhalten, warum Südkorea die jüngsten wirtschaftlichen und militärischen Entscheidungen traf.

USA:

Im besten Fall wollen die USA die 28.000 Soldaten, sie sie in Südkorea haben, in das Gebäude der 'Chinese Containment Coalition' (CCC) im Osten und Südosten von Asien integrieren. Sie möchten ihre militärische Präsenz in dem Land auf unbestimmte Zeit über eine förmliche Drei-Wege-Militärbeziehung zwischen Seoul, Washington und Tokio verlängern. Die USA haben kein wirkliches Interesse daran, eine Wiedervereinigung der zwei Koreas zu sehen, da dies wahrscheinlich zur Entfernung ihrer seit einem halben Jahrhundert alten Besatzungstruppen führt.

China:

Pekings Traum ist es, dass die USA die koreanische Halbinsel komplett verlässt und CCC zusammen bricht oder neutralisiert wird. Es möchte keine Destabilisierung auf der koreanischen Halbinsel sehen, da sich das zwangsläufig auf China überträgt. Wenn sich die zwei Koreas wiedervereinen sollten, würde China die Entwicklung vorsichtig beobachten, um sicherzustellen, dass das wiedervereinte Korea zu keiner wirtschaftlichen oder militärischen Bedrohung führt, die sich eines Tages gegen sie wenden könnte. Dennoch möchte Peking lieber, dass die USA heute die koreanische Halbinsel verlässt und sich morgen mit den Herausforderungen rund um ein vereinigtes Korea beschäftigt, als dem Pentagon weiter zu erlauben, Nordkorea im Hinterhof von China zu provozieren.

Südkorea:

Das Wichtigste für Seoul ist eine Auflösung der beiden nordkoreanischen Probleme, das heißt, die Denuklearisierung von Pjöngjang und die Wiedervereinigung zwischen den beiden Parteien. Im Idealfall würde es gerne ihren historischen 'dritten Weg' des Ausgleichs verfolgen zwischen seinen kolossalen chinesischen und japanischen Nachbarn, welcher eine Politik der Neutralität und Stabilität verfolgt. Während Südkorea seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs offensichtlich unter dem starken Einfluss von Amerika war, scheint es weise zu sein, dass eine multipolare Politik der effizienteste Weg ist, seine Ziele zu erreichen.

Die Entzifferung der Entscheidungen von Seoul

Jetzt ist es Zeit, um auf die vier neuesten Entscheidungen zu schauen, die Südkorea traf und dazu führten, über einen möglichen Wandel zu sprechen (oder dagegen):

Unbestimmte OpCon Verzögerung

Die USA und Südkorea vereinbarten im Oktober letzten Jahres, den Transfer von War-Time-Operational Control ('OpCon') nach Seoul auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verschieben mit der Idee, dass Südkorea derzeit nicht in der Lage ist, ihre eigenen Kräfte in einem Kriegsfall zu befehligen. Die Wirkung besteht darin, die direkte amerikanische Kontrolle über die Angelegenheiten des südkoreanischen Militärs zu verlängern, was bedeutet, dass sie buchstäblich die Kontrolle der Kräfte im Falle eines Krieges mit Nordkorea oder China haben. Auch wenn langfristig Frieden herrscht, werden die US-Truppen das Land für einige Zeit nicht verlassen, was dann ein klarer Sieg für Washington bedeutet.

Das Freihandelsabkommen zwischen China uns Südkorea

Es war nur natürlich, dass die beiden Staaten ein solches Abkommen erreichen werden, was noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, denn China ist Südkoreas größter Handelspartner und Südkorea ist der drittgrößte für China. Nach der chinesischen Südchina Morning Post „sprangen die chinesischen Investitionen um 374% auf US$ 631 Millionen im letzten Jahr und 2013 auf US$ 133 Millionen“ im Vorgriff auf das Geschäft als klare Demonstration des chinesischen Eifers, seine Geschäfte in dem Land auszuweiten. Wenn sich die Wirtschaftsbeziehungen weiter intensivieren, dann könnte Südkorea in die chinesische Freihandelszone von Asien-Pazifik (Counterpart zu US geführten TPP) und sogar in die Aisan Infrastucture Inverstment Bank (AIIB) (Chinesische Antwort auf die vom Westen geführte Weltbank, die Südkorea zur Teilnahme eingeladen hat, sollten sie THAAD fallen lassen), was für Washington's Einfluss ein enormer Rückschlag auf der Halbinsel wäre.

Südkoreas NGOs warnen vor Aufstellung des US Raketenabwehrsystems

THAAD scheitern lassen ...

Südkorea war [bisher] strategisch zwiespältig, das US THAAD Raketenabwehrsystem auf ihrem Territorium aufstellen zu lassen. Seoul versteht sehr genau, dass die USA einfach nur eine Ost-Asiatische Version ihres Raketenabwehrschilds aufbauen will und Seoul dadurch als Gastgeber der Infrastruktur ein schuldiges Mitglied bei CCC wird. Südkorea scheint Bedenken zu haben und versteht, dass sich seine Beziehungen zu China sehr schnell genauso verschlechtern würde, wie es zwischen Polen und Russland war, als Polen das analoge osteuropäische Pendant der USA akzeptierte. Sollte Südkorea entscheiden, nicht zu einem 'asiatischen Polen' zu werden, dann wäre das ein schwerer Schlag gegen den US-Schwenk nach Asien.

Später ausgetrickst zu werden?

Die USA haben aber ein Ass im Ärmel, indem sie Südkorea sagen, sie könnten THAAD erlauben, im Land aufzubauen im Falle einer vage beschriebenen „Notfallsituation“, die realistischerweise manipuliert werden könnte durch Nordkoreas Antwort auf eine von den USA und Südkorea inszenierten Kriegsspiel-Provokation (wie es die Norm ist). Sobald THAAD im Land aufgebaut ist, ist es unwahrscheinlich, dass es nach einer Deeskalation der Spannung wieder abgezogen wird, wodurch das Hintertürverfahren der USA, schleichend das Raketenabwehrsystem im Land aufzubauen, Erfolg hat.

Die Region neu aufmischen

Anders als Südkorea's Schritt in Richtung einer Multipolarität, gibt es zwei, bisher unberichtete Trends über eine Umwandlung der Region. Dieses sind die Verschlechterung der Beziehungen von Südkorea zu Japan und der Schritt von Nordkorea in Richtung Russland. Das erste ist der erneuerte japanische Nationalismus und Militarismus, während der letzte sich auf die hinter dem Vorhang stattfindende Spaltung zwischen Pjöngjang und Peking bezieht. Wenn sie weiterhin ihren Kurs halten und ihre logischen Schlussfolgerungen folgen, werden diese drei regionalen Trends die geopolitischen Vereinbarungen des Nordostens von Asien in der Zukunft neu definieren, was dann zu drei möglichen Entwicklungen führen könnte:

Amerika im Fremdvergleich

Washington arbeitet im Stillen an der Öffnung von Geheimgesprächen mit Pjöngjang

Obwohl die amerikanische Militärpräsenz in absehbarer Zukunft wahrscheinlich bleiben wird, wird Washington weniger in der Lage sein, Südkorea im gleichen Maße beeinflussen zu können, wie zuvor, was bedeutet, dass ihre relative Macht dort zurück gehen wird.

Japanische Umleitung

Das Scheitern von Japan, günstige Verbindungen zu Südkorea wieder herzustellen, würde CCC in Nordostasien unwirksam machen und somit würde Tokio all ihre CCC Energie nach Süden umleiten in Richtung Vietnam und den Philippinen. Tokio plant bereits diesen Schritt, aber mit Südkorea als unpraktikablen Verbündeten können sie ihre Bemühungen in Richtung Süden konzentrieren.

Friedensgespräche Teil II

Mit der Annäherung von Südkorea an China und Nordkorea in Richtung Russland, könnte die gesamte Dynamik der Politik der Halbinsel einen Wendepunkt erreichen. Während in der Vergangenheit die Dualität Nordkorea-China und Südkorea-USA nach mehr als 50 Jahren den Frieden nicht erreicht werden konnte, könnte die die neue Regelung einen weitaus geeigneteren Fortschritt bedeuten.

http://sputniknews.com/columnists/20150320/1019793780.html#ixzz3VU5Dvfei

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